Workshop: Vertrauen als Wirtschaftsform?

 

Vertrauen als Wirtschaftsform?
Was können wir von Ökodörfern für ein zukunftsfähiges Leben
in der modernen Industriegesellschaft lernen?

Workshop zu gemeinschaftlichen Grundlagen der Gemeingüterökonomie

 

13. September 2013 | 10:00-18:00 Uhr

in Kooperation mit dem

Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung (ZEGG)

Rosa-Luxemburg-Str. 89
14806 Bad Belzig

 

Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos.


 

Neue Wirtschaftsformen als Wegbereiter für nachhaltige Lebensstile

In den modernen Industriegesellschaften ist sowohl ein radikaler Wandel unserer Lebensstile notwendig, als auch neue Formen des Umgangs mit Ressourcen und Gütern, also nachhaltige und weitsichtige Formen des Wirtschaftens. In den letzten Jahren sind Gemeingüter und Allmenden als eine Form des Wirtschaftens neu entdeckt worden. Dazu trug nicht nur der aufsehenerregende Wirtschaftsnobelpreis für die Allmende-Forscherin Elinor Ostrom bei. Neue digitale Gemeingüter wie Linux und Wikipedia entstanden. Weltweit wird untersucht, was wir von jahrhundertealten gemeinschaftlichen Organisationsmethoden zur Nutzung von Fischgründen, Wiesen und Weiden, Bewässerungssystemen und Trinkwasserversorgung lernen können.

Zur Renaissance der Gemeingüter gehören auch Ökodörfer und vergleichbare, ökologisch ausgerichtete Gemeinschaften. In den letzten Jahrzehnten haben sie sich weltweit verbreitet. Ökodörfer pflegen sowohl gemeinsame Güter im ethischen Sinne (Gerechtigkeit; Frieden; Wohlbefinden) als auch Gemeingüter im wirtschaftlichen Sinne. In Ökodörfern und vergleichbaren Gemeinschaften wird eine Vielzahl an intelligenten Lösungen entwickelt, um ressourcenschonend und sozial verantwortlich zu leben, zu wohnen und zu arbeiten. Neue Wirtschaftsformen, die auf der Idee des Teilens und Nutzens (statt Besitzens) basieren, werden dabei ebenso erprobt wie neue sanfte Technologien.

 

Gibt es eine besondere Vertrauensökonomie in Ökodörfern?

Viele Vertreter von Ökodörfern geben an, dass eine besondere Form von sozialem Umgang miteinander entscheidend für das Gelingen solcher Gemeinschaften ist. Dazu gehören a) spezifische Formen der Kommunikation und Entscheidungsfindung, b) besondere Weisen wie einander gemeinschaftlich vertraut wird, c) Formen der individuellen und gemeinschaftlichen Reflexion und der Veränderung von Verhalten und Einstellungen.

Solche Weisen des Miteinanderlebens und des Zusammenhandelns soll der Workshop als Wirtschaftsform untersuchen. Gibt es eine besondere Vertrauenskultur in Ökodörfern und vergleichbaren intentionalen Gemeinschaften? Was ist mit Vertrauen gemeint? Wie wird Vertrauen in Ökodörfern und intentionalen Gemeinschaften hergestellt? Was sind die Vorteile der Vertrauenskultur(en) in Ökodörfern und Gemeinschaften? Welche Rolle spielen sie für die Organisation von wirtschaftlichen Prozessen?

Außerdem sollen Methoden der Kommunikation und der Entscheidungsfindung auf ihre Relevanz für die Organisation wirtschaftlicher Prozesse geprüft werden. Welche besonderen Methoden der Kommunikation und Entscheidungsfindung haben sich in Ökodörfern durchgesetzt, um wirtschaftlich relevante Prozesse zu steuern?

Im zweiten Teil der Veranstaltung werden wir in Arbeitsgruppen  herausarbeiten, welche Potentiale es in diesen Bereichen gibt, um zukunftsfähige Lebensweisen in Städten zu etablieren. Dabei werden wir einseits die Vertrauenskulturen der digitalen und ökosozialen Gemeingüterbewegungen (AG1) und andererseits die Reflexions-, Kommunikations- und Entscheidungsprozessen von Ökodörfern (AG2) untersuchen. Gibt es bereits Entsprechungen in städtischen Gemeingüter-Initiativen und den digitalen Welten? Wie können wir diese Potentiale nutzen und aktivieren? Welche Rolle können dabei Gemeingüter-Aktivist_innen aus dem städtischen Raum, welche Rolle können Unternehmer_innen einnehmen?

Gemeinsam mit Vertreter_innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Bewohner_innen aus Ökodörfern/Gemeinschaften wird der Workshop diesen Fragen nachgehen. Die ganztägige Veranstaltung findet am 13. September im Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung (ZEGG) in Bad Belzig statt. Zu den einzelnen Themen wird es Impulsvorträge und viel Zeit für Diskussion geben. Das ZEGG stellt der Veranstaltung den Tagungsraum kostenfrei zur Verfügung und wird eine Führung durch die Gemeinschaft anbieten. Gerne können Sie nach Anmeldung im Anschluss an die Veranstaltung noch zum Abendessen im ZEGG bleiben.

 

Arbeitsfragen des Workshop:
Die Arbeitsfragen des Workshops finden Sie hier.

Die wichtigsten Begriffe, die im Rahmen des Workshops Verwendung finden, werden hier vorgestellt.

 

Programm

Ein ausführliches Programm der Veranstaltung finden Sie hier.

 

Anfahrtsbeschreibung

Routenplanung bei OpenStreetMap, siehe hier.

Ausführliche Anfahrtsbeschreibung für Bahn und Pkw, siehe hier.

Falls Sie mit dem Auto anreisen möchten,bietet das ZEGG eine Mitfahrbörse an, die Sie nutzen können.

 

Wo liegt das ZEGG?

Übernachtungsmöglichkeiten

Es sind zum Zeitpunkt des Workshops leider keine Übernachtungsmöglichkeiten im ZEGG vorhanden. Bad Belzig ist ein Kurort, deshalb gibt es zahlreiche Pensionen und Hotels in der Umgebung. In Fußnähe liegt das Hotel Springbach-Mühle (20 Minuten) und die Pension Waldbett  (5 Minuten). Mit dem Auto gut zu erreichen ist die Pension Flämingrose. Einen guten Überblick über alle weiteren Übernachtungsmöglichkeiten in Bad Belzig finden sie hier.

 

Veranstaltungsreihe: Nachhaltige Lebensstile durch Gemeingüterökonomie
Der Roundtable ist Teil einer Veranstaltungsreihe, die sich mit ökologischen Lebensstil-Avantgarden und Gemeingüter-Ökonomie beschäftigt. Diese wird von dem Umweltbundesamt und dem Bundesumweltministerium gefördert. Weitere Informationen zu dem Gesamtprojekt finden Sie hier. Hintergrundinformationen zu Gemeingüter-Sensitivem Wirtschaften und den Aktivitäten von e5 zu diesem Thema finden Sie hier.

 

Kontakt

European Business Council for Sustainable Energy (e5)

Katalin Kuse
Projekt Managerin
Tel:+49 178 6935137
E-Mail: katalin.kuse@e5.org

 

 

Förderung durch das Bundesumweltministerium

Sorry, the comment form is closed at this time.