Innovative Businessmodelle für klimafreundlichen Technologietransfer I

 

Dritter Vordenker-Roundtable zum Thema „Klimagerechtigkeit als Anliegen der deutschen Wirtschaft“

Mittwoch, 7. Oktober 2009
13.30 bis 18.30
Ort: Eschborn, Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (gtz) GmbH

 

Die Förderung und breite Etablierung des klimafreundlichen Technologietransfers in Schwellen- und Entwicklungsländer ist eine der wesentlichen Herausforderungen für globales CO2- und resourceneffizientes Wirtschaften und damit auch für den Erfolg eines globalen Klimaschutzabkommens in der Folge des Kyoto-Protokolls. Damit dieser Transfer aber in breitem Ausmaß durchgeführt werden kann, sind neue Modelle und Instrumente erforderlich, die jenseits von wohlfahrtlichen Spendenmodellen Win-Win-Situationen für alle Beteiligten schaffen: für Entwicklungs- und Schwellenländer durch Förderung und Beschleunigung der klimafreundlichen Entwicklung ihrer Wirtschaft, für die Unternehmen in Industrieländern, die klimafreundliche Technologien zur Verfügung stellen, durch die Etablierung solider Geschäftsmodelle im Bereich des klimafreundlichen Technologietransfers.

Von Seiten der Wirtschaft stellt sich die Frage, wie solche Geschäftsmodelle zustande kommen sollen, wenn der Austausch mit zwar sehr interessierten Abnehmern ihrer Produkte geschehen soll, diese aber über nur sehr eingeschränkte finanzielle Mittel verfügen und ihnen darüber hinaus noch Wissen und Know-How zur Anwendung, Wartung und Weiterentwicklung zur Verfügung gestellt werden muss. Wenn aber das übliche Procedere des Abverkaufs nicht in Frage kommt, gilt es für die Wirtschaft, über andere Dividendenformen nachzudenken und diese in Businessmodelle umzusetzen. In zwei anregenden und produktiven Dialogrunden hat e5 zusammen mit Vertretern der innovativen, klimafreundlichen Wirtschaft und des Finanzsektors sowie mit Experten aus dem Klimaschutz und der Entwicklungszusammenarbeit Ideen, Modelle und praxiserprobte Ansätze zusammen getragen und erste Konzepte für den klimafreundlichen Technologietransfer als Win-Win-Situation erarbeitet. Grundsätzliches Ziel ist es dabei, den Transfer als Technologiekooperation zu gestalten, die über einen schlichten Tauschprozess hinausgeht und die durch umfassenden Dialog und Austausch sowohl von Technologie als auch von Know-How und Innovation den Bedürfnissen aller Seiten gerecht werden kann. Zu den Konzepten und Ideen für Businessmodelle zählen dabei innovative Formen der Kapitalbeschaffung und Investition ebenso wie Geschäftsmodelle, die auf nicht-monetären Dividenden wie Wissen, Dienstleistungen oder Waren beruhen – der Tausch „Ware gegen Geld“ ist nur eine von vielen möglichen Formen.

Aus den Ergebnissen der beiden ersten Dialogrunden, einzelnen Experteninterviews und darauf aufbauender Recherche erarbeitet e5 derzeit den Entwurf eines Memorandums, das innovative Businessmodelle für den klimafreundlichen Technologietransfer vorstellt, eruiert und im zweiten Schritt Vorschläge zur politischen Rahmengestaltung für derartige Businessmodelle erarbeitet.

Der Entwurf dieses Memorandums wird den Teilnehmern des 3. Roundtables im Vorfeld zur Verfügung gestellt. Die wesentlichen Ergebnisse und Aspekte werden zu Beginn des Roundtables noch einmal präsentiert, um die vorgestellten Konzepte anschließend in einem offenen Diskussionsprozess zu überprüfen und ggf. abzuwandeln, zu erweitern und zu ergänzen.

Der Dialog wird nicht-öffentlich sein, es werden 15 bis 20 Teilnehmer erwartet. Die Veranstaltung findet in den Räumen der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (gtz) GmbH statt.

Diskussionsleitende Fragen sind etwa:

  • Die nicht-industrialisierten armen Länder sind für europäische Unternehmen die Märkte von morgen und übermorgen – vorausgesetzt, sie entwickeln sich wirtschaftlich. Wie kann das Interesse an lohnenden zukünftigen Märkten mit einem Interesse verbunden werden, Wirtschaftswachstum und Treibhausgasemissionen in Entwicklungs- und Schwellenländern radikal zu entkoppeln?
  • Wie kann Wirtschaft auch jenseits des unmittelbaren Abverkaufs zur flächendeckenden Verbreitung von klimaschonenden Technologien beitragen? Was für Modelle sind denkbar, wie sähen Win-Win-Situationen aus?
  • Wie kann die Politik diese Ansätze der Wirtschaft unterstützen? Welche Forderungen ergeben sich daraus an die Rahmengestaltung?

Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) ist Gastgeber des Roundtables. Sie unterstützt damit die entwicklungspolitische Kooperation mit der deutschen/ europäischen Wirtschaft auf dem Gebiet der nachhaltigen Energieversorgung, die sie vorwiegend im Auftrag der Bundesregierung umsetzt. Die gtz ist ein weltweit tätiges Bundesunternehmen der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung und unterstützt komplexe Reformen und Veränderungsprozesse in Entwicklungs- und Transformationsländern. Alle Aktivitäten zielen darauf ab, die Lebensbedingungen und Perspektiven der Menschen nachhaltig zu verbessern.

Materialien:

Memorandumsentwurf I: Klimagerechtigkeit als Anliegen der deutschen Wirtschaft. Stand: 30.09.2009
Präsentation: „Klimarelevante Technologiekooperation im Arbeitskontext der GTZ – Ansätze und innovative Instrumente (bspw. RETEX)“
Holger Liptow, Projektleiter GTZ
Präsentation: „Innovative Businessmodelle für klimafreundlichen Technologietransfer“ – Vorstellung des Memorandumsentwurfs
Gudrun Merkle, Projektmanagerin e5
Peter Linsenmann, Adviser Investment Industry and International Trade

 

Förderung durch das Bundesumweltministerium